aus dem Rathaus
30.April 2026

📍 NEUES AUS DER VERWALTUNG

Blackout – Stillstand und Dunkelheit, nicht nur Bannewitz, sondern weit über die Landesgrenzen hinaus. Vom 24. bis 25. April 2026 fand unter dem Namen „Schwarzer Freitag" eine groß angelegte Katastrophenschutz-Übung im Gebiet der Gemeinde Bannewitz statt. Das Szenario: Ein langanhaltender, flächendeckender Stromausfall.



Inhalt und Ziel der Übung war es, die Notfallplanung der Gemeinde Bannewitz bei Ausfall der kritischen Infrastruktur zu erproben. Von Übungsbeginn, Freitagmittag, bis Samstag, 16 Uhr sollten alle Beteiligten die ersten 28 Stunden des Ablaufes eines Blackouts durchlaufen. Lange Zeit nahm die Vorbereitung und Organisation in Anspruch. Was passiert bei einem flächendeckenden Stromausfall? In welchem Umfang kann überörtliche Hilfe und Unterstützung anderer Behörden und Hilfsorganisationen noch gesichert werden? Wie und wie lange können wir uns selbst noch helfen? Bei allen zu betrachtenden Fragen wurde deutlich, dass der Erhalt der Kommunikation die Voraussetzung allen Handelns ist. Aber kann diese noch sichergestellt werden?



Etwa 100 haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei und des THW waren beteiligt. Unterstützt wurden wir von den Mitarbeitern der DRK Seniorenwohnanlage Bannewitz und des RVSOE, von dem uns ein Bus kostenlos für die Evakuierung zur Verfügung gestellt wurde. Zudem haben die Amateurfunker der Gemeinde seit mehreren Monaten am Aufbau einer alternativen Kommunikationsmöglichkeit gearbeitet, bei der ausgesonderte Analogfunkgeräte auf einer Betriebsfunkfrequenz die Kommunikation innerhalb des Gemeindegebietes sichern können. Das Handynetz und der BOS-Funk fallen nach kurzer Zeit im Blackout-Fall aus. Durch unser Funknetz, gespeist durch alternative Energiemöglichkeiten, konnte zum ersten Mal erfolgreich geübt werden, dass Feuerwehrgerätehäuser, Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr , das Fahrzeug des Ordnungsamtes und des Bauhofes vernetzt und miteinander kommunizieren können. Außerdem konnte eine Verbindung zur ortsfesten Befehlsstelle nach Kreischa aufgebaut werden.



Nicht nur die Kommunikation fällt aus, es kommt bereits zu ersten Ausfällen bei der Wasserversorgung. Supermärkte und Tankstellen haben geschlossen. Immer mehr Menschen hantieren mit offenem Feuer, um zu kochen, Kerzen ersetzen das fehlende Licht. Die Ampelanlagen fallen aus, wodurch es vermehrt zu Verkehrsunfällen führt. In realistisch dargestellten Szenarien konnte so die Feuerwehr im Verlauf der Übung auch erleben, wie ohne funktionierenden BOS-Funk weitere Kräfte angefordert werden könnten und ein Arzt schnellstens herbeigeschafft werden muss, um schwer verletzte Unfallopfer zu stabilisieren. Der geplante Ausbildungstag der Freiwilligen Feuerwehr konnte so perfekt in das Übungsszenario eingebunden werden.

Im Verlauf der Übung konnten auch Statisten ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Statisten wurden für die Darstellung von Unfallopfern eingesetzt und spielten ältere Menschen, die aus der DRK-Seniorenwohnanlage evakuiert wurden. Sehr deutlich wurde von „aufgebrachten Bürgern" gezeigt, wie sich die Stimmung in der Bevölkerung in solchen kritischen Lagen innerhalb kurzer Zeit in eine resolute und schon fast bedrohliche Kommunikationsweise umschlägt.

Die Notfall-Info-Punkte wurden zum ersten Mal in den Ortsteilen aktiviert. Im Blackout-Fall erhält die Bevölkerung keine Informationen mehr, Hilfegesuche können nicht weitergeleitet werden. Zu immer gleichbleibenden Zeiten wird dabei das Fahrzeug des Ordnungsamtes mit Unterstützung der Ortschaftsräte diesen Mangel in einer Katastrophenlage abfangen. Aber bereits im Verlauf der Übung wurde deutlich, dass hier noch eine Nachbesserung unerlässlich ist.

Die Übung konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Professionell und strukturiert haben alle Beteiligten wie ein Zahnrad miteinander alle schwierigen Situationen gemeistert. Daruf können wir stolz sein! Unser herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, dieses Interesse und Engagement ist nicht selbstverständlich!

Der Fokus liegt nun auf der Auswertung, Stärken und Schwächen erkennen, Mängel erfassen und Wege zur Verbesserung finden. Zum Glück gehören solche Katastrophenfälle eher zu den Ausnahmen, aber schon extreme Wetterlagen oder Angriffe durch Sabotagen auf kritische Infrastrukturen können unsere alltäglichen Abläufe massiv beeinflussen. Tritt der Notfall ein, bleibt oft sehr wenig Zeit, um effektiv reagieren zu können, wichtige Dinge vorzubereiten- oder Vorräte anlegen zu können. Umso wichtiger ist es, im Voraus zu wissen, welche Vorbereitungen helfen.

https://bannewitz.de/de/aktuelles/erfolgreiche-katastrophenschutz-uebung-in-bannewitz.html

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Heiko Wersig - Ihr parteiunabhängiger Bürgermeister für Bannewitz