aus dem Rathaus19.Juni 2026📍 NEUES AUS DER VERWALTUNG Medizinisches Versorgungszentrum stellt ab 2027 Augenarztangebot in Bannewitz. Unterschiedliche Konzepte ermöglichen Facharztpräsenz außerhalb von großen Städten. Telemedizin spielt entscheidende Rolle, um ärztliche Expertise zu den Menschen zu bringen. Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden stärkt mit neuen Strukturen und Kooperationen seine Rolle als verlässlicher Partner für die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Patientinnen und Patienten soll so auch außerhalb der Ballungszentren ein besserer Zugang zu moderner Diagnostik, spezialisierter Behandlung und digital unterstützter Medizin ermöglicht werden. Der Fachkräftemangel, demografischer Wandel und finanzielle Herausforderungen machen neue Versorgungsmodelle zur medizinischen Betreuung notwendiger denn je. „Dieser Verantwortung sind wir uns bewusst. Als Maximalversorger kümmern wir uns nicht nur um medizinischen Fortschritt in Diagnostik und Therapie. Wir fühlen uns auch verantwortlich, wenn es um die medizinische Versorgung aller Menschen in Sachsen geht. Hier sehen wir uns als Partner in der Region und als Impulsgeber für neue Versorgungsmodelle – auf Augenhöhe mit den Akteuren vor Ort", sagt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden. Im Laufe des Jahres 2027 soll die neue Augenarztpraxis in Bannewitz eröffnen. Lange hat die Gemeinde darauf gewartet. Das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), eine hundertprozentige Tochter des Universitätsklinikums, mietet sich dafür in das neue Pilotwerk Bannewitz ein, das in der Gemeinde entsteht. Perspektivisch soll das Pilotwerk auch Heimat für anderen medizinischen Angebote sein. Die Augenarztpraxis ist Blaupause dafür. „Wir freuen uns sehr, dass wir damit die Expertise der Universitätsmedizin nach Bannewitz bringen und vor allem den Menschen hier ein Angebot schaffen, das bisher vermisst wird", sagt Prof. Uwe Platzbecker in seiner Funktion als Teil der Geschäftsführung des MVZ. „Bannewitz ist das Tor zum Weißeritzkreis und damit ins Osterzgebirge. Die gute Verkehrsanbindung der Gemeinde ermöglicht es uns, perspektivisch als Bindeglied zu medizinisch unterversorgten Regionen zu agieren." „Die Ansiedlung der neuen Augenarztpraxis in Bannewitz ist ein wichtiger Meilenstein für unsere Gemeinde und ein starkes Zeichen für die Sicherstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich seit Jahren eine wohnortnahe fachärztliche Versorgung gewünscht. Umso mehr freut es uns, dass wir gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Dresden eine nachhaltige Lösung schaffen, die die medizinische Versorgung in unserer Region langfristig stärkt", sagt der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersig. Bevor es losgeht, wird das Gebäude für die neue Praxis gebaut. Das Projekt in Bannewitz zeigt, dass es starke Kooperationen und finanzielle Modelle braucht, um medizinische Expertise in den ländlichen Raum zu bringen. Es ist Blaupause und Leuchtturm, um mit ähnlichen Projekten auch andere Regionen zu unterstützen. Vielerorts fehlt es an ausreichend fachärztlichen Angeboten. Das Universitätsklinikum Dresden ist bereits seit Jahren verlässlicher Partner bei der Entwicklung von tragfähigen Lösungen. Dabei spielt auch die Telemedizin eine Rolle. Die Idee: Via Kamera und Übertragungstechnik kommt die Expertise aus Dresden in Kommunen, Kreisstädte und Landkreise. Dabei arbeitet das Universitätsklinikum Dresden in unterschiedlichen Konstellationen und mit verschiedenen Akteuren der Gesundheitsversorgung zusammen. Das zeigen vielfältige Beispiele: Mitte Mai 2026 hat am Klinikum Oberlausitzer Bergland in Ebersbach-Neugersdorf eine neue dermatologische Eigenpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen (KV Sachsen) eröffnet. Ziel ist es, die ambulante hautärztliche Versorgung in der Region nachhaltig zu stabilisieren und für die Bevölkerung wohnortnah zugänglich zu machen. Die neue Praxis entstand auf Initiative der KV Sachsen und in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum Dresden. Während das UKDD die ärztliche Expertise vor Ort bereitstellt und das Klinikum Oberlausitzer Bergland gGmbH den Kooperationspartnern die Praxisräumlichkeiten überlässt, übernimmt die KV Sachsen die Gesamtverantwortung für den Praxisbetrieb. Dieses Modell stärkt gezielt die Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und schafft eine zukunftsfähige Struktur für die Region. In der Praxis werden allgemeine dermatologische Leistungen und allergologische Diagnostik und Behandlung angeboten. Die Versorgung erfolgt sowohl in Präsenz- als auch in Videosprechstunden. Ergänzend ist die Praxis in das telemedizinische Projekt „Dermatologisches Telekonsil" eingebunden. „Expertenwissen für Menschen mit MS im ländlichen Raum" heißt das Pilotprojekt zur telemedizinischen Versorgung von Menschen mit Multipler Sklerose (MS), das im April 2026 gestartet ist. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten in ländlichen und medizinisch unterversorgten Regionen einen besseren Zugang zu spezialisiertem medizinischen Fachwissen zu ermöglichen. Für den Erfolg solcher Projekte sind starke Partnerschaften entscheidend. Beim Aufbau wichtiger Strukturen mit Hausärztinnen und Hausärzten wurde die Carus Consilium Sachsen GmbH eingebunden. Darüber hinaus unterstützen das Sächsische Krankenhaus Arnsdorf sowie die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Landesverband Sachsen e. V. das Vorhaben. Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung spielt die Gemeinnützige Hertie-Stiftung. Diese unterstützt das auf zwei Jahre angelegte Projekt finanziell im Rahmen der Initiative „mitMiSsion". Bereits seit 2023 betreibt das MVZ am Uniklinikum Dresden zwei Nebenbetriebsstätten in der Strahlentherapie. Modernste Diagnose- und Behandlungstechnik sowie die Partnerschaft zum Universitätsklinikum Dresden ermöglichen in Bautzen und Pirna eine onkologische Krankenversorgung auf höchstem Niveau und auf direktem Weg. Damit haben Patientinnen und Patienten an den beiden Standorten Zugang zur Bestrahlung mit Photonen samt entsprechender medizinischer Betreuung. Seit April 2026 ist in Zittau die Beratungsstelle Seelische Gesundheit für Kinder und Jugendliche eröffnet. Die neue Anlaufstelle für den Landkreis Görlitz schließt künftig die Lücke zwischen ersten psychischen Auffälligkeiten im Kindes- und Jugendalter und klinischer Diagnostik und Behandlung. Das Vorhaben wird im Rahmen eines Projekts gemeinschaftlich durch das Sächsische Krankenhaus Großschweidnitz, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, den Landkreis Görlitz sowie die Carus Consilium Sachsen GmbH umgesetzt. Finanziert wird das Vorhaben durch das Sächsische Sozialministerium. Mit der Beratungsstelle entsteht im Landkreis Görlitz ein niedrigschwelliges und wohnortnahes Unterstützungsangebot für Kinder und Jugendliche, die erste emotionale oder soziale Auffälligkeiten zeigen, mit der medizinischen Kompetenz des Sächsischen Krankenhauses Großschweidnitz und des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Rücken. Das telemedizinische Schlaganfallversorgung Ost-Sachsen Netzwerk (SOS-TeleNET) ist ein seit 2007 etabliertes telemedizinisches Netzwerk zur Verbesserung der akut-neurologischen Versorgung in Regionen ohne eigene Stroke Unit. Ziel ist es, eine leitliniengerechte und evidenzbasierte Schlaganfalltherapie flächendeckend verfügbar zu machen. Das Dresdner Neurovaskuläre Centrum (DNVC) stellt derzeit für zwölf kooperierende Kliniken in Ost-Sachsen eine rund um die Uhr verfügbare telemedizinische Beratung bereit. Das Netzwerk umfasst kooperierende telemedizinische Kliniken und unterstützt zugleich eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten in der Region. Kernbestandteile sind Echtzeit-Videokonsultationen zwischen dem behandelnden Arzt vor Ort und einem Schlaganfallspezialisten der Klinik für Neurologie, die telemedizinische Übertragung und Beurteilung der Bildgebung (CT/MRT) sowie die strukturierte klinische Untersuchung des Patienten per Video. „Die medizinische Versorgung von Menschen im ländlichen Raum ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Wir müssen gemeinsam sicherstellen, dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Wohnort, Zugang zu Präventionsangeboten, moderner Diagnostik und Therapien haben. Die Universitätsmedizin Dresden sieht sich hier in der Verantwortung. Und die Möglichkeiten der Digitalisierung sind ein Schlüssel, um diese wahrzunehmen. Die zukünftige Sicherstellung medizinischer Versorgung ist insbesondere in der Etablierung von telemedizinischen Hybridpraxen zu finden, di zurück zur Übersicht